Schuljahresbeginn 2020/21

Situation der Grund- und Mittelschulen im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. zum Schuljahresbeginn 2020/21:

 

Schüler – Klassen – Schulen – Lehrkräfte – Schulleitungen – Corona

 

Die Schülersituation

 

In der Stadt Neumarkt und im Landkreis Neumarkt sind die Schülerzahlen leicht sinkend:

Die Zahl der Schulanfänger ist mit 1153 um 40 niedriger als im Vorjahr.

Insgesamt werden gut 7182 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2020/21 die staatlichen und privaten Grund- und die Mittelschulen des Landkreises besuchen – 50 weniger als im Vorjahr. Ein Grund für den Rückgang gerade bei den Schulanfängern liegt bei der Corona bedingt veränderten Schuleinschreibung in Verbindung mit der Möglichkeit für Korridorkinder, doch noch ein Jahr zu warten. Die Verunsicherung bei den Eltern war und ist hier spürbar.

 

Die Klassensituation

 

Die Zahl der Klassen ist mit 347 um vier gesunken.

Das bedeutet auch stabile Schülerzahlen im Schnitt – 21 in der Grundschule, 20 in der Mittelschule. Diese Durchschnittszahl liest sich zwar recht angenehm und wäre eine aus pädagogischer Sicht höchst willkommene Klassenstärke im Unterrichtsalltag. Hinter ihr verbergen sich freilich neben Klassenstärken ab 13 Schülern auch solche mit 26 bis 28 – wenn auch nur noch eine Handvoll. Gerade in den Mittelschulen mit mehreren Standorten kommt es zu Klassen mit weniger als 13, aber auch zu Klassen mit mehr als 28 Schülerinnen und Schülern.

Beide Extreme sind nicht gewollt und haben ihre Ursache im Schüleraufkommen des jeweiligen Schulsprengels.

Rund 300 Klassen bewegen sich aber bei Schülerzahlen von 16 bis 26. Damit sind wir sehr zufrieden.

 

Die Schulen

 

1          Jahrgangskombinierte Klassen

Bestens bewährt hat sich der Schulversuch „FleGS“ – flexible Grundschule an der GS Woffenbach und der GS Lauterhofen mit insgesamt sieben FleGS-Klassen: Dort werden alle Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2 in jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet. Neu dazugekommen ist als FleGS-Schule die Grundschule Hohenfels, die alle vier Klassen kombiniert unterrichten. Im Schulverbund Berg-Sindlbach wird eine Kombiklasse 1/2 neu eingerichtet – auch zur Standortsicherung. Traditionell werden die Klassen der Montessori-Schule Sulzbürg jahrgangskombiniert unterrichtet.

Die vor Jahren im Rahmen eines Schulversuchs eingerichtete kombinierte Jahrgangsstufe 1/2 an der Theo-Betz-Schule wird im kommenden Schuljahr nicht angeboten.

 

 

2          Maßnahmen zur Inklusion

Schulen mit dem Profil Inklusion

Auch bei der Inklusion, beim gemeinsamen Unterricht und Schulalltag von jungen Menschen mit und ohne besonderen Förderbedarf, kommt der Freistaat im Schuljahr 2020/21 weiter voran. Im Schulamtsbereich Neumarkt besitzen die Grundschule Deining und die Mittelschule Deining das Schulprofil Inklusion und weitere Standorte sind in Planung.

Diese Schulen sind Regelschulen, die sich besonders der Inklusion von Menschen mit Behinderung verpflichten und zu Motoren für ein neues Miteinander von jungen Menschen mit und ohne Behinderung geworden sind.

Mit dem Schuljahr 2013/2014 wurde eine „Unabhängige Beratungsstelle Inklusion“ des Staatlichen Schulamts Neumarkt aus räumlichen Gründen an der Schule in Deining eingerichtet. Hier erhalten Eltern- und Erziehungsberechtigte des gesamten Landkreises Informationen und Hilfe, die auf der Suche nach dem besten  schulischen Lern- und Förderort für ihr Kind sind.

Auch das Konzept der Kooperationsklassen hat sich seit Jahren im Schulamtsbereich Neumarkt bewährt. In den geplanten Kooperationsklassen – verteilt über den gesamten Landkreis – werden in der Regel drei bis fünf Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, und/oder Verhalten zusammen mit weiteren Schülern ohne sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet. Dabei erfolgt eine Unterstützung durch die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste.

An vielen weiteren Schulen gehören Maßnahmen zur Inklusion von einzelnen Schülern – wie seit vielen Jahren – zum festen Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Schulen.

 

 

3          Ganztagsangebote

Im neuen Schuljahr ist das Angebot im Bereich Ganztag flächendeckend in unterschiedlichsten Formen gegeben: Offener Ganztag, gebundener Ganztag, Mittagsbetreuung, Horte, …

Je nach den örtlichen Bedürfnissen versuchen hier Schulen und Gemeinden den Elternwünschen gerecht zu werden.

Besonders innovativ ist eine Ganztagesklasse im Bereich der Deutschklassen. Diese wird an der Mittelschule West in Neumarkt angeboten.

 

4          Deutschklassen

Für den Bereich der Grund- und Mittelschulen sind im Landkreis Neumarkt 5 Klassen eingerichtet – die Schülerzahl ändert sich hier fortwährend. Alle Klassen werden – soweit möglich – von ausgebildeten Lehrkräften im Fach „Deutsch als Zweitsprache“ unterrichtet.

An mittlerweile so gut wie jeder Schule im Landkreis werden aber auch Kinder von Flüchtlingen und Asylanten beschult. Für die Deutschklassen und die weitere Deutschförderung stehen zusätzliche Stunden zur Verfügung.

 

5          Berufsorientierungsmaßnahmen

Im Rahmen der intensiven Förderung der Mittelschüler spielte eine vielseitig angelegte Berufsorientierung wieder eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen und Schüler konnten in den vergangenen Jahren dadurch hinsichtlich des Berufswahlprozesses wichtige sowie persönlich bedeutsame Erfahrungen und Informationen sammeln. Coronabedingt sind im abgelaufenen Schuljahr viele Maßnahmen abgesagt worden.

Darüber hinaus fördern alle Schulleitungen mit ihren Kolleginnen und Kollegen und in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt die Durchführung von zahlreichen praktischen Unterrichtsprojekten, die allesamt wichtige berufsbezogene Schlüsselqualifikationen im Fokus haben.

 

6          Die neuen V-Klassen haben Bestand und finden reges Interesse

Im Schuljahr 2018/19 wurde in Zusammenarbeit mit den Mittelschulen Parsberg, Seubersdorf, Velburg und Deining aufgrund großer Nachfrage vor Ort eine sogenannte V-Klasse bzw. Vorbereitungsklasse eingerichtet. Dieses Modell bietet engagierten und leistungsbereiten Schülerinnen und Schülern mit einem guten Schulabschluss die Möglichkeit, den mittleren Schulabschluss an Mittelschulen nach Beendigung der Schulpflichtzeit über zwei Jahre hinweg zu erwerben. Darum heißt diese Variante auch „9+2-Modell“ und ist nicht zu verwechseln mit der M10, die ebenfalls zum mittleren Schulabschluss führt. Erfreulicherweise haben viele Schülerinnen und Schüler die Chance genutzt und absolvierten im Schuljahr 2019/20 den zweiten Teil des Modells in der V2 in Parsberg. Gleichzeitig konnten wir – wiederum aufgrund der hohen Nachfrage in dieser Region – im gleichen Schulverbund eine weitere V1 in Velburg einrichten. Für das Schuljahr 2020/21 stehen nun drei V-Standorte zur Verfügung: Parsberg, Velburg und neu dabei die Mittelschule West in Neumarkt.

Die Lehrkräfte

Insgesamt unterrichten im neuen Schuljahr an den 42 staatlichen Schulen mehr als 600 Lehrkräfte. In dieser Zahl enthalten sind über 40 mobile Reserven, die zur Sicherung des Unterrichts bei Ausfällen zur Verfügung stehen.

Die Bewegung innerhalb der Lehrkräfte war diesmal wieder groß: Rund 73 Zu- und Wegversetzungen mussten vollzogen werden zuzüglich der 27 Lehramtsanwärter.

Die Einstellungssituation für Lehrkräfte aus dem Studiengang der Grund- und Mittelschulen ist bestens – es herrscht völlige Leere auf der Angebotsseite.

Das ermöglicht Lehrkräften aus dem Bereich der Realschulen und Gymnasien, mit unterschiedlichsten Möglichkeiten eine Anstellung an den Grund- und Mittelschulen, aber auch den Förderschulen und Berufsschulen zu finden.

Weiterhin ist deshalb die Qualifikation „Lehrkraft“ ein höchst gesuchtes Gut.

 

Die Schulleitungen

Zum Schuljahr 2020/21 gibt es wiederum einige Neubesetzungen:

Frau Stefanie Schäffer übernimmt die Leitung der Grundschule Lupburg,

Herr Bernhard Utz leitet neu die Grundschule Parsberg,

Herr Philipp Hofmeister übernimmt die Grund- und Mittelschule Mühlhausen,

Frau Heike Söllner leitet neu die Mittelschule an der Weinbergerstraße,

Frau Ute Pickel wird neue Konrektorin an der Schwarzachtal Grund- und Mittelschule,

Frau Gabriele Herzog wird neue Konrektorin an der Grund- und Mittelschule Berching.

 

Die Corona bedingten Veränderungen

Derzeit ist der Beginn des Schuljahres als ganz normaler Regelbetrieb geplant.

In der letzten Ferienwoche können sich aber je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens aktuelle Veränderungen ergeben.

Die aktuellsten Informationen sind dann wie bisher auch auf den Internetseiten des Kultusministeriums zu finden, die Homepage des Schulamts ist ebenfalls bemüht, immer aktuelle Landkreisinfos zu posten.

Die Schulen selbst halten ebenfalls Informationen bereit – entweder über die Homepages oder andere Kontaktformen. Gerade für die Schulanfänger sind die wichtigsten Dinge bereits bekannt gegeben.

Die Schulen haben sich auch für die unterschiedlichsten Szenarien vorbereitet:

Für jegliche Präsenzform – egal ob Vollunterricht, Schichtunterricht oder Teilunterricht – steht an den Schulen ein individuell angepassten Hygienekonzept zur Verfügung.

Für den Fall des Homeschooling wurde deutlich aufgerüstet – sowohl im Bereich der Hardware als auch der Software. Die Erfahrungen des abgelaufenen Schuljahres spielten bei der Weiterentwicklung eine große Rolle.

Diese „Vor-Ort-Konzepte“ machen Sinn, denn jedes Schulhaus, jede Gemeinde weisen Unterschiede auf.

 

Im Rahmen der Vorbereitung auf das neue Schuljahr laufen in der letzten Ferienwoche auch Testungen bei den Lehrkräften – ebenfalls direkt vor Ort, um es organisatorisch stemmen zu können.

 

Wie bereits beschrieben und bekannt werden erkrankte oder schwangere Lehrkräfte durch mobile Reserven ersetzt.

Ergänzend dazu werden Lehrkräften, die Corona bedingt (Risikogruppen) nicht unterrichten dürfen, sogenannte Teamlehrkräfte zur Seite gestellt. Die Teamlehrkraft unterrichtet die Klasse nach Vorgaben der eigentlichen Klassenlehrkraft. Diese Teamlehrkräfte verfügen über eine akademische Ausbildung und/oder erzieherische Qualifikationen und mussten sich bewerben und unterliegen einer strengen Kontrolle – auch in gesundheitlicher Hinsicht.

Derzeit ist aber noch nicht bekannt, ob und in welcher Zahl diese Fälle im Landkreis auftreten.

Durch die Zuweisung von Vollzeit-Teamlehrkräften sind wir aber gerüstet.