Schuljahresbeginn 2021/22

Situation der Grund- und Mittelschulen im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. zum Schuljahresbeginn 2021/22

(Aktualisierung und Bearbeitung des Artikels durch Christoph Weigert am 11.08.2021):

 

Schüler – Klassen – Schulen – Lehrkräfte – Schulleitungen – Corona

 

Die Schülersituation

 

In der Stadt Neumarkt und im Landkreis Neumarkt sind die Schülerzahlen leicht steigend:

Die Zahl der Schulanfänger ist mit 1316 um 163 höher als im Vorjahr.

Insgesamt werden gut 7341 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2021/22 die staatlichen und privaten Grund- und die Mittelschulen des Landkreises besuchen – 159 mehr als im Vorjahr.

Die Klassensituation

Die Zahl der Klassen ist mit 347 gleichgeblieben.

Das bedeutet auch stabile Schülerzahlen im Schnitt – 21 sowohl in der Grundschule als auch in der Mittelschule. Diese Durchschnittszahl liest sich zwar recht angenehm und wäre eine aus pädagogischer Sicht höchst willkommene Klassenstärke im Unterrichtsalltag. Hinter ihr verbergen sich freilich neben Klassenstärken zwischen 13 und 15 Schülerinnen und Schülern sowie auch solche mit 26 bis 28. Gerade in den Mittelschulen mit mehreren Standorten kommt es zu einigen sehr kleinen Klassen, aber auch zu solchen mit mehr als 28 Schülerinnen und Schülern.

Beide Extreme sind nicht gewollt und haben ihre Ursache im Schüleraufkommen des jeweiligen Schulsprengels.

Rund 308 Klassen bewegen sich aber bei Schülerzahlen von 16 bis 26. Damit sind wir sehr zufrieden.

Die Schulen

1          Jahrgangskombinierte Klassen

Bestens bewährt hat sich der Schulversuch „FleGS“ – flexible Grundschule an der GS Woffenbach, an der GS Lauterhofen und an der GS Hohenfels mit insgesamt neun FleGS-Klassen: Dort werden alle Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2 in jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet. Aufgrund steigender Nachfrage und der entsprechenden Schülerzahlen vor Ort haben wir im Bereich FleGS erfreulicherweise eine Zunahme von zwei Klassen zu verzeichnen. Im Schulverbund Berg-Sindlbach wird eine Kombiklasse 3/4 neu eingerichtet – auch zur Standortsicherung. Ebenso kommen Kombiklassen an den Grundschulen Berngau, Pölling und Sengenthal hinzu. Traditionell werden die Klassen der Montessori-Schule Sulzbürg jahrgangskombiniert unterrichtet.

 

2          Maßnahmen zur Inklusion

Schulen mit dem Profil Inklusion

Im Schulamtsbereich Neumarkt besitzen die Grundschule Deining und die Mittelschule Deining das Schulprofil Inklusion. Ein weiterer Standort wird angestrebt.

Schulen mit Profil Inklusion sind Regelschulen, die sich besonders der Teilhabe von Menschen mit Behinderung verpflichten und zu Motoren für ein neues Miteinander von jungen Menschen mit und ohne Behinderung geworden sind.

Mit dem Schuljahr 2013/2014 wurde eine „Unabhängige Beratungsstelle Inklusion“ des Staatlichen Schulamts Neumarkt aus räumlichen Gründen an der Schule in Deining eingerichtet. Hier erhalten Eltern- und Erziehungsberechtigte des gesamten Landkreises Informationen und Hilfe, die auf der Suche nach dem besten schulischen Lern- und Förderort für ihr Kind sind.

An vielen weiteren Schulen gehören Maßnahmen zur Inklusion von einzelnen Schülern – wie seit vielen Jahren – zum festen Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Schulen.

 

3          Ganztagsangebote

Im neuen Schuljahr ist das Angebot im Bereich Ganztag flächendeckend in unterschiedlichsten Formen gegeben: Offener Ganztag, gebundener Ganztag, Mittagsbetreuung, Horte, …

Je nach den örtlichen Bedürfnissen versuchen hier Schulen und Gemeinden den Elternwünschen gerecht zu werden.

Besonders innovativ sind zwei Ganztagesklassen im Bereich der Deutschklassen. Diese werden an der Mittelschule West in Neumarkt angeboten.

 

4          Deutschklassen

Für den Bereich der Grund- und Mittelschulen sind im Landkreis Neumarkt 4 Klassen eingerichtet – die Schülerzahl ändert sich hier fortwährend. Alle Klassen werden – soweit möglich – von ausgebildeten Lehrkräften im Fach „Deutsch als Zweitsprache“ unterrichtet.

An mittlerweile so gut wie jeder Schule im Landkreis werden aber auch Kinder von Flüchtlingen und Asylanten beschult. Für die Deutschklassen und die weitere Deutschförderung stehen zusätzliche Stunden zur Verfügung.

 

5          Berufsorientierungsmaßnahmen

Im Rahmen der intensiven Förderung der Mittelschüler spielte eine vielseitig angelegte Berufsorientierung wieder eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen und Schüler konnten in den vergangenen Jahren dadurch hinsichtlich des Berufswahlprozesses wichtige sowie persönlich bedeutsame Erfahrungen und Informationen sammeln. Coronabedingt sind im abgelaufenen Schuljahr viele Maßnahmen abgesagt worden. Erfreulicherweise können diese Schritt für Schritt nachgeholt werden.

Sehr erfolgreich waren Online-Berufsorientierungstage an der Martini-Schule Freystadt und an der Mittelschule an der Woffenbacher Straße, die in enger Kooperation mit den zuständigen Berufsberatern geplant und umgesetzt wurden. Dieses von den Mittelschulen und der Agentur für Arbeit gemeinsam entwickelte Format erwies sich gerade unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie als zukunftsweisend.

 

6          Die neuen V-Klassen haben Bestand und finden reges Interesse

Im Schuljahr 2018/19 wurde in Zusammenarbeit mit den Mittelschulen Parsberg, Seubersdorf, Velburg und Deining aufgrund großer Nachfrage vor Ort eine sogenannte V-Klasse bzw. Vorbereitungsklasse eingerichtet. Dieses Modell bietet engagierten und leistungsbereiten Schülerinnen und Schülern mit einem guten Schulabschluss die Möglichkeit, den mittleren Schulabschluss an Mittelschulen nach Beendigung der Schulpflichtzeit über zwei Jahre hinweg zu erwerben. Darum heißt diese Variante auch „9+2-Modell“ und ist nicht zu verwechseln mit der M10, die ebenfalls zum mittleren Schulabschluss führt. Erfreulicherweise haben viele Schülerinnen und Schüler die Chance genutzt und absolvierten im Schuljahr 2020/21 den zweiten Teil des Modells in der V2 in Parsberg und in der V2 an der Mittelschule West. Für das Schuljahr 2021/22 stehen zwei V-Standorte mit insgesamt vier V-Klassen zur Verfügung: MS Parsberg und MS an der Woffenbacher Straße in Neumarkt.

Die Lehrkräfte

Insgesamt unterrichten im neuen Schuljahr an den 42 staatlichen Schulen mehr als 600 Lehrkräfte. In dieser Zahl enthalten sind über 40 mobile Reserven, die zur Sicherung des Unterrichts bei Ausfällen zur Verfügung stehen.

Die Bewegung innerhalb der Lehrkräfte war diesmal wieder groß: Rund 80 Zu- und Wegversetzungen mussten vollzogen werden zuzüglich der 30 Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter.

Die Einstellungssituation für Lehrkräfte aus dem Studiengang der Grund- und Mittelschulen ist weiter bestens.

Das ermöglicht Lehrkräften aus dem Bereich der Realschulen und Gymnasien, mit unterschiedlichsten Möglichkeiten eine Anstellung an den Grund- und Mittelschulen, aber auch den Förderschulen und Berufsschulen zu finden.

Weiterhin ist deshalb die Qualifikation „Lehrkraft“ ein höchst gesuchtes Gut.

 

Die Corona bedingten Veränderungen

Derzeit ist der Beginn des Schuljahres als ganz normaler Regelbetrieb geplant.

In der letzten Ferienwoche können sich aber je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens aktuelle Veränderungen ergeben.

Die aktuellsten Informationen sind dann wie bisher auch auf den Internetseiten des Kultusministeriums zu finden, die Homepage des Schulamts ist ebenfalls bemüht, immer aktuelle Landkreisinfos zu posten.

Die Schulen selbst halten ebenfalls Informationen bereit – entweder über die Homepages oder andere Kontaktformen. Gerade für die Schulanfänger sind die wichtigsten Dinge bereits bekannt gegeben.

Die Schulen haben sich auch für die unterschiedlichsten Szenarien vorbereitet:

Für jegliche Präsenzform – egal ob Vollunterricht oder Wechselunterricht – steht an den Schulen ein individuell angepasstes Hygienekonzept zur Verfügung.

Diese „Vor-Ort-Konzepte“ machen Sinn, denn jedes Schulhaus, jede Gemeinde weisen Unterschiede auf.

Für den Fall des Homeschooling wurde deutlich aufgerüstet – sowohl im Bereich der Hardware als auch der Software. Die Erfahrungen des abgelaufenen Schuljahres spielten bei der Weiterentwicklung eine große Rolle.

Wie bereits beschrieben und bekannt werden erkrankte oder schwangere Lehrkräfte durch mobile Reserven ersetzt.

Ergänzend dazu werden Lehrkräften, die Corona bedingt (Risikogruppen) nicht unterrichten dürfen, sogenannte Teamlehrkräfte zur Seite gestellt. Die Teamlehrkraft unterrichtet die Klasse nach Vorgaben der eigentlichen Klassenlehrkraft. Diese Teamlehrkräfte verfügen über eine akademische Ausbildung und/oder erzieherische Qualifikationen und mussten sich bewerben und unterliegen einer strengen Kontrolle – auch in gesundheitlicher Hinsicht.

Derzeit ist aber noch nicht bekannt, ob und in welcher Zahl diese Fälle im Landkreis auftreten.

Durch die Zuweisung ausreichender Kapazitäten im Bereich der Teamlehrkräfte sind wir aber gerüstet.