6. September 2011
Die Schülersituation
Der bayernweite Rückgang der Schülerzahlen geht auch an der Oberpfalz und am Landkreis Neumarkt i.d.OPf. nicht vorüber. Im Landkreis Neumarkt beträgt der Rückgang 4,8 %. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass 386 Schüler weniger die Grund- und Mittelschulen des Landkreises besuchen. Gegenüber dem Vorjahr ist der Wert gleich geblieben.
Der Rückgang in der Grundschule ist heuer deutlich geringer als im Vorjahr, dafür nimmt der Rückgang in der Mittelschule weiter zu – Folge der immer schwächer werdenden Geburtenjahrgänge und auch eines konstant steigenden Übertritts an Realschule und Gymnasium.
Demzufolge nimmt auch die Zahl der Schulanfänger immer mehr ab. Waren es zum Beginn des Schuljahres 06/07 noch knapp 1500 so sind es zum kommenden Schuljahr noch 1130 Kinder.
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die den Mittlere-Reife-Zug der Mittelschulen besuchen ist mit 656 deutlich höher als im Vorjahr mit 584.
Insgesamt werden ca. 7647 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2011/12 die Grund- und Mittelschulen des Landkreises besuchen.
Die Klassensituation
Mit dem Rückgang der Schülerzahlen geht natürlich eine Abnahme der Klassenzahlen einher. Sie sinkt von 374 auf 359.
Das bedeutet leicht sinkende Schülerzahlen in den verbleibenden Klassen auf durchschnittlich 21,30 gegenüber 21,63 im Vorjahr. Diese Durchschnittszahl liest sich zwar recht angenehm und wäre eine aus pädagogischer Sicht höchst willkommene Klassenstärke im Unterrichtsalltag. Hinter ihr verbergen sich freilich neben Klassenstärken ab 13 Schülern auch solche mit 30 und mehr Schülern. Gerade in den Mittelschulen mit mehreren Standorten kommt es zu Klassen mit weniger als 13, aber auch zu Klassen mit mehr als 30.
Beide Extreme sind nicht gewollt und werden auch erfreulich weniger, haben aber ihre Ursache im Schüleraufkommen des jeweiligen Schulsprengels.
Mehr als 300 Klassen bewegen sich aber bei Schülerzahlen von 16 bis 25. Damit sind wir sehr zufrieden.
Für die Stadt Neumarkt i.d.OPf. mit 1997 (Vorjahr: 2066) Volksschülern in 92 (Vorjahr: 95) Klassen und mit 322 (Vorjahr:299) Schulanfängern ergibt sich hinsichtlich der Schülerzahlen/Klassen eine erfreuliche, leichte Zunahme der Schulanfänger und eine weitgehend stabile Klassenzahl.
Die Schulen
Die Situation der Schulen im Landkreis ist gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Lediglich die Mittelschule Pilsach ist im Schulverband mit Lauterhofen „aufgegangen“. Pilsach ist ab dem neuen Schuljahr eine reine Grundschule.
Die Mittelschulverbünde stellen sich wie folgt dar:
| Mittelschulverbund |
Schülerzahl im Verbund |
Anmerkungen |
Nord:
Berg
Lauterhofen (incl. Pilsach) |
342 |
|
West:
Postbauer-Heng
Burgthann |
292 |
zzgl. 180 aus Burgthann |
Neumarkt:
HS Weinbergerstraße
HS West |
717 |
|
Süd-West:
Mühlhausen
Freystadt
Berngau |
472 |
|
Ost:
Velburg
Parsberg
Seubersdorf
Deining
Beratzhausen |
649 |
|
Süd:
Berching
Dietfurt
Breitenbrunn |
465 |
|
| Summe: |
2937 |
3117 im gesamten Verbund |
Jahrgangskombinierte Klassen
Die vor Jahren im Rahmen eines Schulversuchs eingerichtete kombinierte Jahrgangsstufe 1/2 an der Theo-Betz-Schule erfreut sich nach wie vor sehr großer Beliebtheit. Es sind stets mehr Anmeldungen als Plätze vorhanden.
Weitere kombinierte Jahrgangsstufen bestehen an den Grundschulen in Pilsach, Neumarkt Woffenbach, Berngau, Breitenbrunn, Hohenfels und Sengenthal. Ebenfalls in kombinierten Klassen werden Schüler der Jura-Montessori-Schule unterrichtet.
Ganztagesangebote
Ein offenes Ganztagesangebot halten folgende Mittelschulen im Landkreis für die Schülerinnen und Schüler bereit:
Berching, Berg, Deining, Neumarkt Weinbergerstraße, Neumarkt West, Parsberg, Velburg, Freystadt.
Gebundene Ganztagesangebote gibt es an den Mittelschulen in:
Neumarkt Weinbergerstraße, Berching, Postbauer-Heng, Parsberg, Freystadt, Velburg.
Auch Grundschulen bieten den „gebundenen Ganztag“ an. Es sind:
Berching, Velburg, Seubersdorf, Neumarkt Theo-Betz, Berg, Postbauer-Heng.
Berufsorientierung
Im Rahmen der Weiterentwicklung der Mittelschule spielte die Berufsvorbereitung wieder eine wichtige Rolle. So haben sich im vergangenen Schuljahr alle Mittelschulen an Maßnahmen zur erweiterten vertieften Berufsorientierung in der Handwerkskammer, im Berufsförderzentrum, in der Jugendbildungsstätte Waldmünchen sowie in Zusammenarbeit mit externen Fachkräften aus der lokalen Wirtschaft beteiligt. Unsere Jugendlichen konnten dadurch hinsichtlich des Berufswahlprozesses wichtige, persönlich bedeutsame Erfahrungen und Informationen sammeln.
Ergänzend dazu war eine Initiative der Staatlichen Berufsschule wieder sehr hilfreich, die jedem Jugendlichen der 8. Jahrgangsstufe aller Mittelschulen des Landkreises einen Schnuppertag im Rahmen eines selbst ausgewählten Ausbildungsberufes ermöglichte.
Darüber hinaus förderten alle Schulleitungen mit ihren Kolleginnen und Kollegen und in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt die Durchführung von zahlreichen praktisch-musischen-künstlerischen und sozialen Unterrichtsprojekten, die allesamt einen spürbar positiven Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler hatten und wichtige berufsbezogene Schlüsselqualifikationen im Fokus hatten. In diesem Zusammenhang zeugen aktuell kreierte Kunstobjekte, durchgestaltete Schulhöfe sowie neu entstandene Schülercafes auf beeindruckende Weise von einer engagierten an der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen ausgerichteten Unterrichtsarbeit unserer Schulen.
Wir freuen uns sehr, dass im kommenden Schuljahr die berufsorientierenden Maßnahmen in den Mittelschulen kontinuierlich fortgeführt und weiterentwickelt werden können. Aktuell planen wir mit einem Finanzvolumen von ca. 350 000€. Die sehr aufwändigen Projekte wurden und werden vollständig von der Agentur für Arbeit und dem Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit der Regierung der OPf. und dem Staatlichen Schulamt Neumarkt i.d.OPf. finanziert.
Insgesamt unterstützen die Bürgermeister der Kommunen des Landkreises unsere Schulen auf vorbildliche Weise und beschäftigten sich intensiv mit den Fragen des demografischen Wandels.
Die Lehrkräfte
Insgesamt unterrichten im neuen Schuljahr an den 43 staatlichen Schulen ca. 615 Lehrkräfte (455 Lehrer/innen, 90 Fachlehrer/innen, 14 Förderlehrer/innen sowie 56 Lehramts-, Fachlehrer- und Förderlehreranwärter/innen). Sehr erfreulich ist dabei die Zuversetzung von zwei Förderlehrerinnen, denn hier herrscht im Landkreis noch immer großer Bedarf.
In dieser Zahl enthalten sind 49 mobile Reserven, die zur Sicherung des Unterrichts bei Ausfällen zur Verfügung stehen. Wie in den Vorjahren ist hier die Ausgangszahl im September noch etwas niedriger, die Reserven werden aber in den krankheitsbelasteten Wintermonaten in mehreren Schritten erhöht.
Nach wie vor stammt eine Vielzahl unserer Lehrkräfte aus dem Regensburger Raum mit dem Wunsch nach Versetzung dorthin. Zum Ende des abgelaufenen Schuljahres konnte wieder eine (aus Sicht der Betroffenen wie immer zu geringe) Zahl an Lehrkräften nach Regensburg versetzt werden.